Albrecht Graf von und zu Egloffstein

Aus NürnbergWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Albrecht Heinrich Graf von und zu Egloffstein (* 13. Juni 1946 in Gronau, Westfalen) ist ein promovierter Kunsthistoriker, Denkmalpfleger und Buchautor. Von 1976 bis 1994 war er Bezirksheimatpfleger von Oberfranken.

Von Egloffstain, Scheibler'sches Wappenbuch, älterer Teil, 1450 - 1580
Wikimedia Commons

Leben und Wirken

Herkunft

Seine Eltern sind Heinrich Graf von und zu Egloffstein (* 21. Februar 1914 in Berlin, † September 2007 in Gronau) und Irmingard Gräfin von und zu Egloffstein, geb. Rodatz, (* 25. April 1919, † März 2005) Witwe seines im Juni 1941 gefallenen Bruders Albrecht, die er im April 1943 in Molteinen heiratete. [1]

Schule und Studium

Albrecht von Egloffstein studierte Kunstgeschichte. Er schloß sein Studium mit einer Magisterarbeit als Magister Artium ab.

Während seiner beruflichen Tätigkeit arbeitete er an einer Dissertation. 1986 wurde er an der Universität München mit einer Doktorarbeit über „Ritterschaftliche Schlösser des 18. Jahrhunderts in Franken. Ein Beitrag zur Bau- und Ausstattungskultur des Barock, Rokoko und Frühklassizismus“ zum Dr. phil. promoviert.

Schloß Kunreuth, Ostseite
Wikimedia Commons
Schloß Kunreuth, Südflügel
Wikimedia Commons

Ehe und Familie

Albrecht von Egloffstein heiratete am 23. Juni 1972 Iniga, Gräfin von der Recke von Volmerstein (* 12. Februar 1952 in Weißenburg, Bayern). Das Ehepaar lebt in Kunreuth (Landkreis Forchheim) im Schloß Kunreuth und in Pappenheim im mittelfränkischen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen. Es hat vier Kinder.

Beruf

Bezirksheimatpfleger

Altes Schloß Pappenheim, 2006
Wikimedia Commons

Albrecht Graf von und zu Egloffstein war von 1976 bis 1994 Bezirksheimatpfleger für Oberfranken in der Position eines Kulturdirektors. Als solcher hatte er seinen Amtssitz in der Bezirksverwaltung für Oberfranken in Bayreuth.

1994 gab er sein Amt als Bezirksheimatpfleger auf, um sich der Verwaltung der Schlösser und weiterer Liegenschaften und dazu der Restaurierung der Burgruine Pappenheim zu widmen. [2]

Sein Nachfolger als Bezirksheimatpfleger und Leiter des Sachgebiets Kultur- und Heimatpflege beim Bezirk Oberfranken wurde Dr. Günter Dippold.

Land- und Forstwirt

Die Egloffsteinsche Land- und Forstwirtschaft in Kunreuth gehört zu den Aufgabenbereichen des Grafen Egloffstein. Als Waldbesitzer kümmert er sich u.a. auch um die Entwicklung der Erstaufforstung und deren vielseitiges Nutzungspotenzial. [3]

Leitung der Grafschaft und ihrer Wirtschaftsbetriebe

Ursula Gräfin zu Pappenheim leitete ab 1959 die Grafschaft Pappenheim und deren Wirtschaftsbetriebe. Nach dem Tod ihres Mannes Graf von der Recke im März 1991 übergab sie die Leitung der Grafschaft an ihre Tochter Iniga. Albrecht Graf von und zu Egloffstein übernahm als ihr Ehemann die Geschäftsführung der Grafschaft Pappenheim.

Nun stand er vor der Aufgabe, zu seinem eigenen Schloß noch zwei weitere Schlösser, dazu die Burgruine Pappenheim und weitere Liegenschaften zu verwalten und deren Unterhalt und notwendige denkmalpflegerische Maßnahmen zu finanzieren.

Schlösser und Burgen gehören zum bayerischen und fränkischen Landschaftsbild. Den großen Schlössern in Bayern, die im Besitz des Freistaates sind, geht es nach Angaben der bayerischen Schlösserverwaltung verhältnismäßig gut.

Der Direktor des Instituts für Archäologie, Bauforschung und Denkmalpflege an der Uni Bamberg, Professor Achim Hubel beschreibt demgegenüber die Situation der privaten Burgenbesitzer:
1973 sei das bayerische Denkmalschutzgesetz in Kraft getreten – »ein vorzügliches Denkmalschutzgesetz». Danach sei es lange gut bestellt gewesen um die historischen Bauten in Bayern. Bis 1990 habe das Bayerische Landesamt umgerechnet rund 23 Millionen Euro zur Verfügung gehabt, um zum Beispiel privaten Burgenbesitzern im Alltagsgeschäft finanziell unter die Arme zu greifen.
Doch dann habe Edmund Stoiber mit seinen Sparmaßnahmen zugeschlagen. 2007 hätten nur noch rund drei Millionen Euro zur Verfügung gestanden. Seit Jahren werde es immer schwieriger, die Baudenkmäler zu erhalten, vor allem für Denkmäler im Privatbesitz, denn das Geld sei knapp. [4]

Ein sieben Jahre älterer Verwandter des Grafen Egloffstein, Albrecht Freiherr von und zu Egloffstein (* 5. November 1939 in Bamberg) [1], beschrieb im Mai 2011 aus eigener Erfahrung, welche Mühe es macht, schon eine einzige Burg, seine Burg Egloffstein, zu verwalten. [5]

Führungen

Ganz in seinem Element als Kunsthistoriker und ehemaliger Bezirksheimatpfleger von Oberfranken ist Graf Egloffstein, wenn er seine knappe Zeit auch einmal für geschichtlich interessierte Gruppen opfert und ihnen die Geschichte der beiden Stadtschlösser, der Burg Pappenheim oder auch der Kirche des ehemaligen Augustinerklosters und der Stadtkirche erläutert.

Bei der Feier „40 Jahre Naturpark Altmühltal“ im Oktober 2009 im Neuen Schloß in Pappenheim wurden als Aufgaben des Naturparks genannt, die einzigartige Natur zu schützen, die Landschaft zu pflegen und einen sanften Tourismus zu fördern. [6] Diese Aufgaben des Naturparks gehören auch zu den Aufgaben Graf Egloffsteins. Zwecks Kostendeckung ist er bestrebt, Veranstaltungen in das Neue Schloß zu holen und die Burg Pappenheim zu einer Touristenattraktion zu machen. So ging es nach dem Festakt im Neuen Schloß hinauf auf die Burg Pappenheim, wo nach einem Imbiß im Ahnensaal der Burgherr Dr. Albrecht Graf von und zu Egloffstein einige Gäste noch durch die historischen Gemäuer führte.

Ehrenämter, Mitgliedschaften

Neues Schloß Pappenheim, 2006
Wikimedia Commons
Burg Pappenheim, 2004
Wikimedia Commons

Albrecht von Egloffstein ist stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Burgenvereinigung und Leiter der Landesgruppe Bayern der Deutschen Burgenvereinigung. [2] Die Deutschen Burgenvereinigung entsandte ihn in den Bayerischen Landesdenkmalrat. [7] Der Landesdenkmalrat hat die Aufgabe, die Bayerische Staatsregierung zu beraten und in wichtigen Fragen der Denkmalpflege mitzuwirken.

Als ehemaliger Kulturdirektor des Bezirks Oberfranken, Vertreter der Gräflichen Verwaltung Pappenheim und als Vertreter des Kulturkreises im Bundesverband der deutschen Industrie ist er Mitglied im Deutschen Nationalkomitee für Denkmalschutz. [3]

Albrecht von Egloffstein gehört zu den Patronen der Gesellschaft für Fränkische Geschichte e.V. [4]

Er ist Mitglied des Universitätsbunds Würzburg der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. [5]

Satzungsgemäß ist Graf von und zu Egloffstein als Vertreter der Grafschaft Mitglied in der Vorstandschaft der Gesellschaft Freunde der Burg Pappenheim.

Auszeichnungen

  • 2002 Denkmalpreis der Hypo-Kulturstiftung für Dr. Albrecht Graf und Iniga Gräfin von und zu Egloffstein. Die Preisträger haben sich in beispielhafter Weise u.a. für den Erhalt der Burganlage und der Stadtmauer, sowie des Alten und Neuen Schlosses in Pappenheim, für das Augustinerkloster, den Hof Mittelmarter, 91788 Pappenheim, und Schloß Kunreuth, 91358 Kunreuth eingesetzt.[6]
  • Ökologiepreis der „Stiftung Anders Wall der Königlichen Schwedischen Akademie für Land- und Forstwirtschaft“

Kontakte

Dr. phil. Albrecht Graf von und zu Egloffstein, M.A.
Land- und Forstwirt, Kulturdirektor a.D.
Altes Schloß
Graf-Carl-Straße 13
91788 Pappenheim

Dr. Graf Albrecht und Iniga von und zu Egloffstein
Gräfliche Verwaltung Pappenheim
Marktplatz 5 / Neues Schloß
91788 Pappenheim

Telefon: +49 (0) 9143 - 83890
Telefax: +49 (0) 9143 - 6445
E-Mail: info@grafschaft-pappenheim.de
Netzseite: http://www.grafschaft-pappenheim.de

Familienverband der Grafen und Freiherren von und zu Egloffstein
Schloßstraße 14
91358 Kunreuth

Veröffentlichungen

Magisterarbeit

Dissertation

  • Ritterschaftliche Schlösser des 18. Jahrhunderts in Franken. Ein Beitrag zur Bau- und Ausstattungskultur des Barock, Rokoko und Frühklassizismus. Universität München, Dissertation, 1986, vorgelegt von Albrecht Graf von und zu Egloffstein. Erscheinungsjahr 1994, 2, 418 S.

Weitere Publikationen

  • Schlösser und Burgen in Oberfranken. Ein Handbuch. Mit 126 Aufnahmen u. 8 Farbtafeln von Karlheinz Bauer. [Kartenzeichnungen durch Erwin Raeth]. Frankfurt am Main: Verlag Weidlich, 1972, 387 S., ISBN 3-8035-0344-2
  • Barocke Jagdkultur der Fürstbischöfe von Bamberg. München: Bayerische Vereinsbank, Zentralabt. ÖAV, 1984, 60 S., ISBN B002KLL6ZU (Reihe: Verborgene Kostbarkeiten der bayerischen Kulturgeschichte. Band 3, Bavaria antiqua)
  • Albrecht Graf von und zu Egloffstein, Thomas Fuchs und Volkmar Greiselmayer, Heinrich Höllerl, Helga Wagner: Franken. Kunstfahrten zwischen Main und Altmühl. Fotos von Wilkin Spitta ... Die Karten zeichneten Petra und Hubert Neuwirth. München: Süddeutscher Verlag, c 1986, 240 S., ISBN 3-7991-6345-X; 2. Auflage, 1990
  • Klemens Stadler, Albrecht Graf von und zu Egloffstein: Die Wappen der oberfränkischen Landkreise, Städte, Märkte und Gemeinden. Wappenzeichnungen und Mitarbeit Karl Haas. Freunde der Plassenburg e.V. Kulmbach. Hrsg. in Zusammenarbeit mit der Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns. Kulmbach: Freunde der Plassenburg, 1990, 376 S., ISBN 3-925162-17-8 (Schriftenreihe „Die Plassenburg“ für Heimatforschung und Kulturpflege in Ostfranken; Band 48)
  • Burgen und Schlösser in Oberfranken. München: Droemer Knaur, 1990, 387 S., ISBN 3-426-04406-4

Literatur

  • Wilhelm Kraft: Die Burg der Reichsmarschälle zu Pappenheim. Hrsg.: Gesellschaft der Freunde der Burg Pappenheim e.V. Pappenheim: Eigenverlag der Gesellschaft der Freunde der Burg Pappenheim e.V., 1969, 44 S.
  • NN/WT/hma: Hochzeit mit Hindernissen. Fürstliches Fest fängt mit einem Problem beim Standesamt an. In: Nürnberger Nachrichten vom 13. August 2007 - NN
  • Unermüdlicher Einsatz für Gut Wackengoor. Heinrich Graf von und zu Egloffstein †. In: Allgemeine Zeitung vom 20. September 2007 - AZ und westfaelische-nachrichten.de
  • Stimmungsvoller Start in den Advent. Beim Promi-Tipp zum Start in die Adventszeit kommt heute Graf Albrecht von und zu Eggloffstein zu Wort, in dessen gräfliche Verwaltung das Neue Schloss in Pappenheim fällt. In: Nürnberger Nachrichten vom 1. Dezember 2007 - NN
  • Ritter erobern Pappenheim. Großes Treiben auf der Burg - Handwerker, Spielleute und Nachtwächter. In: Nürnberger Nachrichten vom 27. Juni 2008 - NN
  • nn: Rittersleut’ und tapfere Knappen. In Pappenheim und Lehrberg wird das Mittelalter lebendig. In: Nürnberger Nachrichten vom 26. Juni 2009 - NN
  • Lutz Stucka: Weißwasser. Der Kromlauer Park: Die Grafen von und zu Egloffstein. In: Lausitzer Rundschau vom 10. Juni 2010 - LR
  • Prügelknaben aus dem Mittelalter. Gaukler, Spielleute, Feuerzauberer und mittelalterliche Kämpfer auf der Burg Pappenheim. In: Nürnberger Nachrichten vom 27. Juni 2010 - NN
  • dpa: Schlossbesitzer klagen über Einschnitte. Denkmal-Eigentümer klagen über notorischen Geldmangel. In: Nürnberger Nachrichten vom 10. September 2010 - NN
  • Markus Steiner: Die Letzte ihrer Art. 85. Geburtstag von Gräfin zu Pappenheim. In: Weißenburger Tagblatt vom 11. April 2011 - WTB
  • Robert Maurer/NZ: Graf und Gemeinde im Streit. In Pappenheim wächst der Ärger über den Burgherrn. In: Nürnberger Zeitung Nr. 89 vom 17. April 2012, S. 13 - NZ

Querverweise

Sachartikel

Personenartikel

Netzverweise

  • Gottfried Heinrich zu Pappenheim - Wikipedia
  • Burgruine Pappenheim. Burgen in Bayern. In: Haus der Bayerischen Geschichte - HdbG

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. * Unermüdlicher Einsatz für Gut Wackengoor. Heinrich Graf von und zu Egloffstein †. In: Allgemeine Zeitung vom 20. September 2007 - AZ
    * Albrecht, Graf von und zu Egloffstein - geneall.net
  2. Norbert von Thule: Bayerntour - Bürgersendung aus Pappenheim im Altmühltal am 10.06.09 im BR um 20.15 - 21.00 Uhr - Eyneforum
  3. Rainer Heubeck: Führungen, Vorträge, Wanderungen. Zahlreiche Veranstaltungen zum Jahr der Wälder. In: Weißenburger Tagblatt vom 11. März 2010 - WTB
  4. dpa: Schlossbesitzer klagen über Einschnitte. Denkmal-Eigentümer klagen über notorischen Geldmangel. In: Nürnberger Nachrichten vom 10. September 2010 - NN
  5. Manuel Kugler: Das Leben auf der Burg ist ein Vollzeitjob. Albrecht Freiherr von und zu Egloffstein und seine Gattin Sibylle wohnten jahrelang auf einer Großbaustelle. In: Nürnberger Nachrichten vom 21. Mai 2011 - NN
    Ebenso hatte auch schon Wolfgang Stromer von Reichenbach Mühe, seine Burg Grünsberg zu erhalten. Er begründete vor seinem Tod eine Stiftung, die nun mit diversen Veranstaltungen versucht, die zum Erhalt der Burg nötigen finanziellen Mittel zusammenzubekommen.
  6. Schneider statt Seehofer in Pappenheim. In: StattZeitung vom 9. Oktober 2009 - stattzeitung.in
  7. Liste der Mitglieder des Bayerischen Landesdenkmalrates (Stand April 2011) - PDF-Datei