Christine Haderthauer

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Christine Haderthauer

Christine Haderthauer, geb. Cuntze (* 11. November 1962 in Neumünster) ist eine Politikerin der CSU und Staatsministerin a.D..

Leben und Wirken

Jurastudium

Christine Haderthauer studierte in Würzburg. Ihre Referendarzeit leistete sie in Ansbach, bevor sie Rechtsanwältin wurde.

Rechtsanwältin

Als Rechtsanwältin hatte sie nicht viel Zeit, genügend Berufserfahrungen zu sammeln. Sie gehört somit zur Gruppe der Berufspolitikerinnen, die Ämter übernehmen, ohne über das nötige Fachwissen zu verfügen.

Politische Karriere

Christine Haderthauer war von Oktober 2007 bis Oktober 2008 Generalsekretärin der CSU und vom 30. Oktober 2008 bis zum 9. Oktober 2013 Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen sowie Frauenbeauftragte der bayerischen Staatsregierung. Seit 22. Oktober 2013 ist sie Mitglied für die Bayerische Staatsregierung im Rundfunkrat des Bayerischen Rundfunks. Von Oktober 2013 bis August 2014 war sie Leiterin der Staatskanzlei und Staatsministerin für Bundesangelegenheiten und Sonderaufgaben. Seit 30. September 2014 ist sie im Ausschuß für Wirtschaft und Medien, Infrastruktur, Bau und Verkehr, Energie und Technologie tätig.

Die Verantwortung einer Sozialministerin

In Bayern kann man den Menschen in den BKHs trotz einer Sozialministerin das Grundrecht auf Menschenwürde verweigern! Man kann sie sogar gegen ihren Willen mit Neuroleptika vollstopfen und ruhigstellen und aus ihnen sabbernde, zuckende Monster machen, wie Gustl Mollath als Augenzeuge immer wieder bei Podiumsdiskussionen berichtet.

Als Sozialministerin war Christine Haderthauer zuständig für die Unterbringung von Gustl Mollath und Alexander Zouras im BKH Straubing und im BKH Bayreuth, wo Gustl Mollath unter dem Chefarzt Dr. med. Klaus Leipziger das Leiden von Ulvi Kulac erlebte und über den Tod von Waldemar Vogel berichtete. Dieser hatte seine Mutter nur wenige Tage vor seinem mysteriösen Tod in einem erschütternden Brief angefleht, ihn aus dieser Hölle des BKH Bayreuth zu befreien.

Erich Stephany stellte am 27. Juli 2013 fest: Die für die Forensik zuständige S o z i a l ministerin, Frau Haderthauer und der verantwortliche Bezirkstagspräsident von Oberfranken, Herr Dr. Denzler, sind über die Mißstände bei der Unterbringung von Herrn Mollath und anderen Untergebrachten informiert, und sie haben die Mißstände nicht beseitigt! Frau Haderthauer, wie auch die Justizministerin, Frau Merk, wurden ihrem Staatsamt nicht gerecht, und ihr Rücktritt ist einzufordern.

Martin Heidingsfelder twitterte am 14. August 2014 an Claudia M. Käß: „In einem Land in dem Haderthauer als unschuldig gilt & Geistheilerinnen, die ihren Arbeitgeber betrügen, als glaubwürdig, da herrscht Willkür.“

Der Fall Mollath hatte Folgen: Die bisherige Sozialministerin Christine Haderthauer wurde abgelöst durch zwei neue Ministerinnen: Erstens durch die Sozialministerin, die Oberpfälzerin und staatlich geprüfte Chemotechnikerin Emilia Müller, und zweitens durch die Oberfränkin und Ärztin, die Gesundheitsministerin Melanie Huml.

Modellauto-Affäre

Gustl Mollath gab als Augenzeuge bereits in seinen Brief vom 17. April 2008 an die Strafvollstreckungskammer des Landgerichts Regensburg mit Sitz in Straubing den Hinweis auf eine Modellauto-Produktion im BKH Straubing gegeben. Dieser Brief stand jahrelang in Gustl Mollaths Netzseite http://www.gustl-for-help.de: [1]

Ich bewarb mich bei der Modellbaufertigung. Die einzige "Arbeit", die meinen Fähigkeiten annähernd Umfeld geben könnte. Ich bin Maschinenbauer mit Gesellenbrief u. habe Maschinenbau studiert. Ich habe die schnellsten Ferraris gebaut und nicht nur restauriert. […]
Hier ließ man mich eiskalt abtropfen. Ohne jede Grundlage der Beurteilung, musste ich hier, Vorhanghaken klicken. Bei mir ist endgültig Schluss! Frau Dr. Mottok sagt, hier gibt es keine Arbeit, nur Therapie! Ein gesunder Mensch braucht keine Therapie! Welcher Kranke soll den[n] mit Vorhanghaltern-Rädchen-Reinklicken geheilt werden? In über einem halben Jahr habe ich 300-400 kg geklickt, halbtags. Damit ich ein paar Euro für notwendiges Schreibmaterial und Kernseife habe. Übrigens, das 1. Stück Seife konnte ich mir Ende April kaufen, als ich mein erstes "Sozialgeld" von 2,56 Euro im Monat erhielt. Da war ich schon 3 Monate in Händen dieses Staates! […]
Schon 1933 sagte man in Deutschland: Sie können uns die Freiheit nehmen; sie können uns das Leben nehmen, die Ehre nicht!“

Infolge der sogenannten Modellauto-Affäre trat Christine Haderthauer am 1. September 2014 von beiden Ämtern zurück. Im Sonder-Revisionsbericht der HypoVereinsbank (HVB) vom 19. März 2003 heißt es, allen Mitarbeitern seien schwere Vergehen gegen interne Vorgaben und gegen externe Vorschriften anzulasten. Als externe Vorschriften werden genannt das Wertpapierhandelsgesetz, das Geldwäschegesetz und die Abgabenordnung. Es ging also um strafrechtliche und nicht nur um dienstrechtliche Vergehen. Da hätte man unbedingt ermitteln müssen. Quelle: Martin Runge (Nürnberger Rede) Mit dieser Problematik von Steuerhinterziehung durch Bankangestellte war Gerhard Strate schon vor dem Fall Mollath als Anwalt beschäftigt.

Zauderte das Landgericht Regensburg, weil es vor dem durch die Medien publizierten Justiz- und Psychiatrieskandal zurückschreckte? Mollath wußte vom Bau von Modellautos im BKH Straubing. Wollte Christine Haderthauer nicht, daß dieses Thema erneut vor Gericht angesprochen wird? Jedenfalls fällt auf, daß der Brief Gustl Mollaths an die Strafvollstreckungskammer Regensburg im Wiederaufnahmeverfahren vor dem Landgericht Regensburg ausgeklammert wurde.

Wenn sich ein Bürger wie der Cadolzburger Klaus Georg Stölzel bemüht, Verbrechen aufzuklären oder vermeintliche Rechtsmängel abzustellen, darf man ihn nicht als Verbrecher vorverurteilen. Andernfalls wären alle Bürger Verbrecher, die zum Beispiel den Modellauto-Fall Haderthauer aufklärten. Gustl Mollath hatte im Wiederaufnahmeverfahren vor dem Landgericht Regensburg erlebt, daß man ihn ohne stichhaltige Beweise zum Verbrecher abstempelte, anstatt ihn aus Mangel an Beweisen freizusprechen. Er scheiterte am Korpsgeist der bayerischen Justiz. Wer als Journalist aus einem unverhältnismäßig großen Polizeieinsatz voreilig auf ein Verbrechen schließt, dient einseitig den Interessen der Anzeigeerstatter, deren Anwälten, der Staatsanwaltschaft und der Polizei, aber nicht der Wahrheitsfindung, sondern der Irreführung. Zu kritisieren ist jeder Machtmißbrauch durch die Staatsgewalt, so wie es Wilhelm Schlötterer in seinem Buch Macht und Mißbrauch tat. Klaus Georg Stölzel wurde zu einer Gefängnisstrafe verurteilt und sitzt nun in der JVA Bayreuth.

Wie bekannt wurde, ist Christine Haderthauer nun rehabilitiert. Dies veranlaßte den Karikaturisten Dr. med. Diethelm Kause, seinen spitzen Stift zu zücken, nachdem er festgestellt hatte, daß sie in Ingolstadt zu Hause ist:

Horsts Freundschaftsring

Zum Verfasser des Artikels

Manfred Riebe, der Autor des Artikels, wurde am 17. November 2016 von Landrat Armin Kroder (FW) mit der Goldenen Bayerischen Ehrenamtskarte ausgezeichnet. Armin Kroder wurde als Mitglied der Freien Wähler gewählt, die versuchen, im Bayerischen Landtag als Opposition die CSU zu kontrollieren. Siehe zum Beispiel die Freien Wähler im Menschenrechtsforum Gustl Mollath. Zahlreiche bayerische Städte, Gemeinden und Unternehmen gehören zu den sogenannten Akzeptanzpartnern der Ehrenamtskarte und gewähren deshalb Inhabern der Ehrenamtskarte Vergünstigungen.

Publikationen (Auswahl)

  • Christine Haderthauer, Hans Zehetmair (Hrsg.): Bildung braucht Bindung. Akademie für Politik und Zeitgeschehen. München: Hanns-Seidel-Stiftung, 2013, 46 S., ISBN 978-3-88795-412-3 (kostenfrei) (Argumente und Materialien zum Zeitgeschehen; Band 83 - Inhaltsverzeichnis

Literatur

  • Wilhelm Schlötterer: Wahn und Willkür. Strauß und seine Erben oder wie man ein Land in die Tasche steckt. Aktualisierte und erweiterte Taschenbucherstausgabe München: Heyne Verlag, 10. August 2015, 463 S., ISBN 978-3-453-60361-5 RANDOMHOUSE (Schlötterer dokumentiert jetzt auch die aktuellen Entwicklungen der Fälle Mollath, Hoeneß und Haderthauer.)

Presse

  • dpa: Haderthauer fordert Quote bei Verdienstorden. Die bayerische Sozialministerin verlangt ab sofort 50 Prozent für die Frauen. In: Nürnberger Nachrichten vom 4. April 2009 - NN
  • CSU. Rüffel für Haderthauer. Entsetzen in der CSU: Wegen ihrer Äußerung über CSU-Idol Strauß erhält Sozialministerin Haderthauer Kritik aus der Parteizentrale - und erntet Spott von der Opposition. In: Süddeutsche Zeitung vom 17. Mai 2010 - sueddeutsche.de
  • CSU. Haderthauer: Strauß ist kein Vorbild. Rütteln am Idol: Sozialministerin Haderthauer sieht beim CSU-Übervater mehrere Punkte, die sie „nicht zur Nachahmung empfehlen würde“. Ihr Vorbild sei eine Liberale. In: Süddeutsche Zeitung vom 17. Mai 2010 - sueddeutsche.de
  • Michael Kasperowitsch: Endlose Irritationen. Haderthauer-Brief an den Chef des Seniorenrats. Die Irritationen nach der Generalabsage von Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) an die Organisatoren des Nürnberger Pflegestammtisches nehmen kein Ende. In: Nürnberger Nachrichten vom 17. Juli 2010 - NN
  • Ursula Prem: Mollath: Christine Haderthauer zum Thema »Nächtliche Haftraumkontrollen«. In: Autorenblog ein-buch-lesen.de, Freitag, 19. April 2013 - ein-buch-lesen.de
  • Ursula Prem: Christine Haderthauer - Forensik Straubing: Interessenkonflikt? Betrieb der Mann der bayerischen Ministerin ein einträgliches Gewerbe in der Straubinger Forensik? Eine Recherche von Ursula Prem. In: Autorenblog ein-buch-lesen.de, Dienstag, 7. Mai 2013 - ein-buch-lesen.de
  • Ralf Müller: Affäre um Hubert Haderthauer. Medien sollen Namen nicht nennen. Wer ein Thema an die große Glocke hängen will, der sollte den Medien verbieten, darüber zu berichten. In: Nürnberger Zeitung Nr. 166 vom 22. Juli 2014, S. 13 - [ NZ]
  • Elke Grasser-Reitzner: Mollath wollte für Haderthauer Modellautos bauen. In Straubing bot der Inhaftierte seine Dienste für die Sapor-Arbeitstherapie an, doch er musste Tüten kleben. In: Nürnberger Nachrichten Nr. 206 vom 6. September 2014, S. 18 - NN
  • Roland Englisch: Vermerk war verschollen. Neue Ungereimtheiten in der Haderthauer-Affäre. Ein wesentlicher Vermerk in der Haderthauer-Affäre geht im Sozialministerium verloren und taucht nach Monaten wieder auf. Eine Panne, glaubt die CSU. Verdächtig, findet die Opposition. In:Nürnberger Nachrichten vom 30. Mai 2016 - NN

Querverweise

Sachartikel

Personenartikel

Netzverweise

  • Ursula Prem: BKH Bayreuth: »Aus den Menschen werden hier Pflanzen gemacht« - in memoriam Waldemar V. In: ein-buch-lesen.de, 04. Oktober 2013

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. * Gustl Ferdinand Mollath an die Richter der Strafvollstreckungskammer des Landgerichts Regensburg mit dem Sitz in Straubing, den 17. April 2008, 6 Seiten - http://www.gustl-for-help.de/download/2008-04-17-Brief-Mollath-StVK-Straubing.pdf

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