Hermann Glaser

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Hermann Glaser (* 28. August 1928 in Nürnberg) ist Professor an der Technischen Universität Berlin, Publizist und ehemaliger Schul- und Kulturreferent der Stadt Nürnberg. Er lebt in Markt Roßtal.

Hermann Glaser

Zum Leben

Herkunft und Familie

Seit 1953 war Hermann Glaser mit seiner «Tanzschulliebe» Erika verheiratet, die er 1947 kennenlernte. Er lebt mit seiner Familie in Roßtal. Mit Erika war er bis zu ihrem Tod 64 Jahre zusammen. Der Ehe entstammen zwei Söhne, dazu hat das Ehepaar eine Adoptivtochter. Er hat sieben Enkel und einen Urenkel. Sein jüngerer Sohn Dr. Uli Glaser tritt als Mitarbeiter von Reiner Prölß immer öfter in der Öffentlichkeit in Erscheinung.

Studium

Hermann Glaser studierte von 1947 bis 1952 Germanistik, Anglistik, Geschichte und Philosophie in Erlangen und Bristol und promovierte 1952 zum Dr. phil.

Gymnasiallehrer

Nach dem Lehramtsexamen trat er in den Schuldienst ein. Glaser war zunächst Deutschlehrer am Johannes-Scharrer-Gymnasium in Nürnberg.

Schul- und Kulturreferent

Von 1964 bis 1990 war er Schul- und Kulturreferent der Stadt Nürnberg. Von 1987 bis 1990 war Helmut Beer sein persönlicher Mitarbeiter.

Reformkonzept der Soziokultur

Hermann Glaser ist einer der Väter des Reformkonzepts der Soziokultur, die er als Kulturreferent der Stadt Nürnberg von 1964 bis 1990 konkret gestaltete. Von 1975 bis 1990 beeinflußte er als Vorsitzender des Kulturausschusses des Deutschen Städtetages die bundesweit geführten Diskussionen über das programmatische Reformziel, die Kultur zu demokratisieren. Mit der Einrichtung von Kulturläden und anderen Initiativen erschloß er mit seiner Kulturpolitik neue Bereiche. Solche Maßnahmen prägten nach und nach den mittlerweile in der Bundesrepublik vorherrschenden breiten Kulturbegriff.

Sprachbündnis Franken

Hermann Glaser unterstützt zusammen mit Renate Schmidt, Oscar Schneider, Godehard Schramm, Günter Stössel und anderen bekannten Nürnbergern das Sprachbündnis Franken, eine gemeinsame Initiative des Vereins Deutsche Sprache e.V. (VDS) und der Senioren-Initiative Nürnberg (SIN). Das Sprachbündnis Franken kritisiert, daß die deutsche Sprache vor allem in Wirtschaft, Medien und Wissenschaft, sogar im Inland, zunehmend durch Englisch ersetzt werde.

Schreiben in der digitalen Welt

In einem Interview im Dezember 2016 sagte Glaser, die digitale Welt sei ihm ziemlich fremd, er schreibe alles mit der Hand und seine private Mitarbeiterin tippe es, wie seit 44 Jahren, in den Computer. Sie beantworte auch die elektronische Post für ihn, da könne er etwas selbständiger werden. [1] Hermann Glaser gehört somit zu den Beruflichen Stadträten, die immer nur ihrer Sekretärin diktierten, so wie Kultusminister Hans Zehetmair, der sich bei der Beurteilung der Rechtschreibreform auf die Aussagen seiner Sekretärin seines Pressesprechers Toni Schmid und von Ministerialrat Dr. Stefan Krimm verließ.

Unruhestand

Seit seinem Ruhestand 1990 war Glaser verstärkt als Honorarprofessor an der Berliner TU tätig. An der Dresden International University (DIU) ist er im Fachbereich Wirtschafts- und Sozialwissenschaften Dozent für „Kultur und Management“ der „Dresden School of Culture“. [1] Außerdem hatte er weitere Gastprofessuren im In- und Ausland.

Auszeichnungen

  • Waldemar-von-Knoeringen-Preis
  • 1991 Schubart-Literaturpreis
  • 1993 Großer Kulturpreis der Stadt Nürnberg
  • 2008 Bürgermedaille der Stadt Nürnberg
  • 2009 Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland
  • 2016 Wolfram-von-Eschenbach-Preis

Fotogalerie

Zum Verfasser des Artikels

Manfred Riebe, der Autor des Artikels, wurde am 17. November 2016 von Landrat Armin Kroder (FW) mit der Goldenen Bayerischen Ehrenamtskarte ausgezeichnet. Armin Kroder wurde als Mitglied der Freien Wähler gewählt, die versuchen, im Bayerischen Landtag als Opposition die CSU zu kontrollieren. Siehe zum Beispiel die Freien Wähler im Menschenrechtsforum Gustl Mollath. Zahlreiche bayerische Städte, Gemeinden und Unternehmen gehören zu den sogenannten Akzeptanzpartnern der Ehrenamtskarte und gewähren deshalb Inhabern der Ehrenamtskarte Vergünstigungen.

Publikationen (Auswahl)

Bücher

  • Das Dritte Reich - Wie es war und wie es dazu kam - Bericht und Dokumente. 5., überarb. und erg. Neuauflage, Freiburg im Breisgau, Basel, Wien: Herder 1979, 208 S., Herderbücherei, Band 744, Erste Auflage 1961, Das Dritte Reich – Anspruch und Wirklichkeit, Herderbücherei. Band 92, 191 S., ISBN 3-451-07744-2
  • Das öffentliche Deutsch. Frankfurt am Main: S. Fischer, 1972, 103 S., Reihe Fischer; 28, ISBN 3-10-025301-9
  • Hermann Glaser, Harald Straube: Nationalsozialismus und Demokratie - Ein Arbeitsbuch zur staatsbürgerlichen Bildung. München: Bayerischer Schulbuch-Verlag, 1961, 127 S.
  • Der Gartenzwerg in der Boutique. Mythen der Regression - Provinzialismus heute. 1. Auflage. Frankfurt/M.: S. Fischer Verlag, 1973, 198 S., ISBN 3-10-025302-7
  • Hermann Glaser, Axel Silenius (Hrsg.): Jugend im Dritten Reich. Frankfurt am Main: Tribüne-Verlag, 1975, 124 S.
  • Franken und der Nationalsozialismus – Fränkischer Nationalsozialismus. In: Der Nationalsozialismus in Franken. Ein Land unter der Last seiner Geschichte. Hrsg. Evangelische Akademie Tutzing, Tutzinger Studien, Texte und Dokumente zur politischen Bildung, Nr. 2/1979, München: Claudius-Verlag, S. 7-19
  • Hermann Glaser; Wolfgang Ruppert, Norbert Neudecker (Hrsg.): Industriekultur in Nürnberg. Eine deutsche Stadt im Maschinenzeitalter. Unter Mitwirkung zahlreicher Autoren. München: Beck, 1980, 375 S., ISBN 3-406-07512-6; 2., durchges. Auflage, 1983
  • Hermann Glaser, Rainer Lindenmann (Hrsg.): Von der Moderne der Renaissance. Was uns im 21. Jahrhundert erwartet. Anthologie. Cadolzburg: Ars vivendi, 1996, 335 S., mit CD, ISBN 3931043231
  • Ins Land der Franken fahren ... In Bildern, Texten und Dokumenten. Fotos: Toma Babovic. Hamburg: Ellert & Richter Verlag, Oktober 2004, 240 S., ISBN 3-8319-0079-5
  • Hermann Glaser, Rainer Lindenmann, Max Ackermann (Hg.): Die Feuerbachs - Eine deutsche Familie im 19. Jahrhundert, mit CD. Gunzenhausen: Schrenk Verlag, 2006, 144 S., ISBN 3-924270-46-5
  • Georg Wilhelm Friedrich Hegel. Weltgeist in Franken. Gunzenhausen am Altmühlsee: Schrenk, J., 2008, 144 S., ISBN 978-3-924270-53-7 (Reihe: Auf den Spuren der Dichter und Denker durch Franken; 7)
  • Hermann Glaser: „Ach!“ Leben und Wirken eines Kulturbürgers. Kulturpolitische Gesellschaft e.V., Bonn. Essen: Klartext-Verlag, 2011, 326 S., ISBN 978-3-8375-0472-9 (Edition Umbruch; Band 27)
  • Adolf Hitlers Hetzschrift „Mein Kampf“. Ein Beitrag zur Mentalitätsgeschichte des Nationalsozialismus. München: Allitera-Verlag, 2014, 344 S., ISBN 978-3-86906-622-6

Presse

  • So viel Aufbruch war nie: Hermann Glaser über die 68’er. In seinen persönlichen Erinnerungen weist Glaser auch auf die von ihm angeregte Reform-Pädagogik hin, deren Umsetzung erst jetzt in Gang kommt. In: Nürnberger Nachrichten vom 11. April 2008 - NN
  • A weng Sprachphilosophie. Die Franken sind Meister in der Kunst der Verkleinerung. In: Nürnberger Nachrichten vom 26. Januar 2013 - [NN] - „Ein Herz für Franken“
  • Hermann Glaser: Ein Beitrag zur Modernisierung des Schulwesens. In: Stadt Nürnberg, Institut für Pädagogik und Schulpsychologie IPSN (Hrsg.): 1965 wurde das Pädagogische Institut gegründet. ziemlich vielfältig. 50 Jahre kommunale Schulpolitik. Nürnberg, 2015, 92 Seiten - PDF nuernberg.de

Literatur

Buchpublikationen

  • Dieter Sauberzweig, Bernd Wagner, Thomas Robke: Kultur als intellektuelle Praxis. Hermann Glaser zum 70. Geburtstag. Kulturpolitische Gesellschaft e.V., Bonn: Klartext Verlag, Essen, 1998, 380 S., ISBN 3-88474-700-2
  • Franziska Knöpfle: Im Zeichen der „Soziokultur“. Hermann Glaser und die kommunale Kulturpolitik in Nürnberg. Neustadt an der Aisch: Schmidt, 2007, 352 S., ISBN 978-3-87707-689-7 (= Nürnberger Werkstücke zur Stadt- und Landesgeschichte hrsg. von W.K. Blessing, M. Diefenbacher und R. Endres, Band 64)
  • Friedrich J. Bröder und Bernd Ogan (Hrsg.): Hermann Glaser. Lebensspuren - Gedankenwelten. Ausgewählte Texte und Gesamtbibliographie. Gunzenhausen: Schrenk-Verlag, 2008, 96 S., ISBN 978-3-924270-54-4 (Auf den Spuren der Dichter und Denker durch Franken; Band 9)

Aufsätze

  • Gustav Roeder: Eine Ära ging zu Ende. Abschied von Hermann Glaser und Otto Peter Görl. In: Nürnberg Heute. Eine Zeitschrift für Bürger und Freunde der Stadt, Hrsg.: Stadt Nürnberg, Heft 48, Juli 1990, S. 8-11

Presseartikel

  • boe: Bürgermedaille der Stadt Nürnberg 2008. Pressemitteilung der Stadt Nürnberg, Nachrichten aus dem Rathaus Nr. 502 vom 2. Mai 2008 - im Netz
  • Uschi Assfalg: Verleihung der Bürgermedaillen. «Wir sind Sandkörner». In: Nürnberger Zeitung Nr. 165 vom 17. Juli 2008, S. 10 - NZ
  • Hans-Peter Klatt: Hermann Glaser wird heute 80 Jahre alt. Der Sozialhumus, auf dem die Nürnberger Kultur gedieh. In: Nürnberger Zeitung Nr. 201 vom 28. August 2008, S. 3
  • Britta Schultejans (dpa): Kulturpolitiker Hermann Glaser wird 80. Mit seiner Forderung «Kultur ist ein Bürgerrecht» wurde er bekannt. In: Nürnberger Nachrichten vom 22. August 2008 - NN
  • Hendrik Bebber: Erinnerung an Hermann Glaser als Lehrer. Ein ehemaliger Schüler über Grammatikübungen und Englischunterricht. In: Nürnberger Nachrichten vom 26. August 2008 - NN
  • Bernd Wagner: Hermann Glaser zum achtzigsten Geburtstag. Bürgerrecht Kultur und Soziokultur. In: Kulturpolitische Mitteilungen Nr. 121, II/2008, S. 32-33 - PDF-Datei
  • Magda Schleip: Hermann Glaser, der Ideengeber. In: Online-Magazin „sechs+sechzig, Die wilden Jahre fangen jetzt erst an“ vom 17. Dezember 2009 - magazin66
  • NN: Eschenbach-Preis für Hermann Glaser. Bezirk Mittelfranken würdigt das Lebenswerk des Publizisten und Kulturpolitikers. In: Nürnberger Nachrichten, Weißenburger Tagblatt vom 29. Juli 2016, S. 15 - PDF buchfranken.de

Querverweise

Sachartikel

Personenartikel

Netzverweise

  • Kulturreferat der Stadt Nürnberg - im Netz
  • Amt für Kultur und Freizeit der Stadt Nürnberg - im Netz

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. * Hermann Glaser (88): Fertigkeiten am Herd und Computer. In: Das will ich unbedingt noch lernen. In: Famos. Das Nürnberger Familienmagazin, Dezember 2016, S. 4
  2. Im NN-Video behauptet Eva Sünderhauf, Hermann Glaser sei zum Nürnberger Ehrenbürger ernannt worden. Das ist ein Irrtum und wohl eine Verwechslung mit der Bürgermedaille.
    Die Bemühungen der SPD, Hermann Glaser zum Ehrenbürger zu machen, scheiterten schon 1997 am Widerstand der CSU, vgl.
    • Peinliches Gezerre. Kein Platz für den ehemaligen Kulturreferenten Glaser. In: DIE ZEIT, 12/1997 - ZEIT
    • Otto Köhler: Per Kampfpanzer zum Ehrenbürger. In: DIE ZEIT, Nr. 30, 1997 - ZEIT
    • Meike Dülffer: Karl Diehl - Ehrenbürger Nürnbergs. In: Berliner Zeitung vom 17. Juli 1997 - im Netz

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