Ludwig Scholz

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Ludwig Scholz (* 30. Juni 1937 in Juliusburg, Niederschlesien, † 20. September 2005 in Nürnberg) war Kommunalpolitiker und Oberbürgermeister von Nürnberg in den Jahren 1996 bis 2002. Er war der erste Nürnberger Oberbürgermeister, der der CSU angehörte.

Ludwig Scholz, Mai 2002
Foto: privat

Leben und Wirken

Schule und Studium

Ludwig Scholz legte sein Abitur in Limburg an der Lahn ab. Danach studierte er Rechts- und Volkswirtschaft in Frankfurt am Main, Marburg und Heidelberg.

Beruflicher Werdegang

Nach dem juristischen Staatsexamen wurde er 1967 Assessor beim Bundesamt für die Anerkennung ausländischer Flüchtlinge in Zirndorf, Regierungsrat beim Landratsamt Hersbruck und Oberregierungsrat beim Landratsamt Fürth. Vor seiner Wahl zum Oberbürgermeister war er Leitender Regierungsdirektor beim Landesuntersuchungsamt für das Gesundheitswesen Nordbayern (seit 2002: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit) in Erlangen.

Politische Ämter

Ludwig Scholz gehörte dem Nürnberger Stadtrat von 1972 bis zu seinem Tode an. Von 1988 bis 1996 war er Fraktionsvorsitzender der CSU. 1996 gewann er überraschend die Stichwahl zum Oberbürgermeister gegen Amtsinhaber Peter Schönlein (SPD). Bei der Kommunalwahl 2002 unterlag er wiederum in der Stichwahl gegen Ulrich Maly (SPD). Scholz war nicht nur der erste Oberbürgermeister Nürnbergs, der der CSU angehörte, er war auch der erste katholische OB seit der Reformation in Nürnberg.

Ludwig Scholz hatte erheblichen Anteil daran, daß Nürnberg Spielort bei der Fußballweltmeisterschaft 2006 wurde. In seiner Amtszeit fand das Stadtjubiläum „950 Jahre Nürnberg“ statt, aus dem die „Blaue Nacht“ hervorging. Scholz hat sich aber auch für die Einrichtung des „Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände“ eingesetzt. Gleich nach seiner Wahl machte er auch seine Versprechen wahr, die Durchfahrsperren in der Altstadt aufzuheben und das Sigena-Gymnasium wieder zu öffnen.

Ludwig Scholz gehörte mit Peter Schönlein, Helen Jungkunz, Renate Schmidt, Oscar Schneider und Godehard Schramm zu jenen prominenten Nürnbergern, die die Aktion „Keine Sprachschlamperei. Nein zu Denglisch“ der Senioren-Initiative Nürnberg (SIN) unterstützen, [1] die zusammen mit dem Verein Deutsche Sprache – Region Franken auch das „Sprachbündnis Franken“ initiierte. [2] Das „Sprachbündnis Franken“ kritisiert, daß die deutsche Sprache vor allem in Wirtschaft, Medien und Wissenschaft, sogar im Inland, zunehmend durch Englisch ersetzt werde.

Familie

Scholz war verheiratet mit Ute. Das Ehepaar hat drei Kinder sowie sechs Enkelkinder.

Tod

Ludwig Scholz verstarb überraschend am 20. September 2005 an den Folgen eines Herzinfarktes und wurde am 23. September unter großer Anteilnahme der Bevölkerung und vieler Politiker auf dem Eibacher Friedhof beerdigt.

Preisträger der Ludwig-Scholz-Medaille

Seit 2011 gibt es die Ludwig-Scholz-Medaille. [3] Entfernt: nuernberger-zeitung/nuernberg-region/

  • 2011 Lorenzo von Fersen (Tiergartenfreunde), Renate Reitinger (Hochschule für Musik) und Karl-Heinz Enderle (Altstadtfreunde Nürnberg)
  • 2013
    • Bürger- und Vorstadtvereine
    • Nürnberger Luftflotte des Prinzen Karneval e.V
    • Haus der Heimat Nürnberg, Vorsitzender Horst Göbbel und Geschäftsleiterin Doris Hutter, beide Siebenbürger Sachsen, Laudator Michael Frieser, MdB, Integrationsbeauftragter der CDU/CSU-Bundestagsfraktion
  • 2015
    • Stadtverband der Kleingärtner, Laudator Sebastian Brehm
    • Gebersdorfer Kärwa e.V., Laudator Michael Brückner
    • LUX – Junge Kirche Nürnberg, Laudator Staatsminister Dr. Markus Söder

Zum Verfasser des Artikels

Manfred Riebe, der Autor des Artikels, wurde am 17. November 2016 von Landrat Armin Kroder (FW) mit der Goldenen Bayerischen Ehrenamtskarte ausgezeichnet. Armin Kroder wurde als Mitglied der Freien Wähler gewählt, die versuchen, im Bayerischen Landtag als Opposition die CSU zu kontrollieren. Siehe zum Beispiel die Freien Wähler im Menschenrechtsforum Gustl Mollath. Zahlreiche bayerische Städte, Gemeinden und Unternehmen gehören zu den sogenannten Akzeptanzpartnern der Ehrenamtskarte und gewähren deshalb Inhabern der Ehrenamtskarte Vergünstigungen.

Veröffentlichungen

Literatur

  • André Fischer, Petra Nossek-Bock: Nürnberg hat gewählt. Dr. Ulrich Maly löst Ludwig Scholz im Amt des Oberbürgermeisters ab. In: Nürnberg Heute, Zeitschrift für alle, die Nürnberg mögen, Hrsg.: Stadt Nürnberg, Heft 72, Sommer 2002, Mai 2002, S. 4-23

Presse

  • Nürnberg trauert um zwei große Lokalpolitiker. Alt-Oberbürgermeister Ludwig Scholz und Ex-Bundestagsabgeordneter Peter W. Höffkes tot. In: Der Nürnberger & CSU aktuell, Ausgabe Oktober 2005 - CSU
  • Alexandra Foghammar: Trauer um Ludwig Scholz. Zum Tod des Altoberbürgermeisters. Fotos: Christine Dierenbach. In: Nürnberg Heute, Zeitschrift für alle, die Nürnberg mögen, Hrsg.: Stadt Nürnberg, Heft 79, November 2005, S. 28-31 - PDF
  • Diese Brücke trägt jetzt den Namen von Alt-OB Ludwig Scholz. In: Abendzeitung München vom 28. Juli 2009 - abendzeitung-muenchen.de
  • Marco Puschner: Neue Auszeichnung erinnert an Alt-OB. Ludwig-Scholz-Medaillen erstmals vergeben. In: Nürnberger Zeitung Nr. 101 vom 3. Mai 2011, S. 11 - NZ

Querverweise

Sachartikel

Personenartikel

Netzverweise

  • Nachruf der Stadt Nürnberg zum Tod von Ludwig Scholz - im Netz
  • Nachruf und Biographisches seiner Studentenverbindung - Franko-Palatia

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. Keine Sprachschlamperei. Nein zu Denglisch. In: sechs+sechzig, Magazin für selbstbewußte ältere Menschen. Ausgabe Nr. 1, 2003
  2. Sprachbündnis Franken: Nein zu Denglisch, Eine Aktion der Senioren-Initiative Nürnberg (SIN) - im Netz
  3. Marco Puschner: Neue Auszeichnung erinnert an Alt-OB. Ludwig-Scholz-Medaillen erstmals vergeben. In: Nürnberger Zeitung Nr. 101 vom 3. Mai 2011, S. 11 - NZ

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