Nürnberg

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Blick vom Dach-Parkdeck des „Adlerparkhauses Nürnberg“. Rudolf Lumm, Zirndorf, mit einem Grußwort von Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly

Nürnberg war Freie Reichsstadt, Kaiserstadt und Aufbewahrungsort der Reichskleinodien. Nürnberg ist die zweitgrößten Stadt Bayerns. Sie bildet zusammen mit den direkt benachbarten Städten Fürth, Erlangen und Schwabach das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum Frankens und Nordbayerns bzw. der Metropolregion Nürnberg.

Nürnberg
Ortstyp Stadt
Land Deutschland
Bundesland Bayern
Regierungsbezirk Mittelfranken
Landkreis Kreisfreie Stadt
Höhe 309 m ü. NN
Fläche 186,38 km²
Einwohner 503.110 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte 2.699 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen N
Gemeindekennzahl 09 5 64 000
Anschrift Rathausplatz 2

90403 Nürnberg

Telefon 0911 / 2 31-55 55, -32 22
Telefax 0911 / 2 31-41 44
Netzpost BGA@stadt.nuernberg.de
Netzseite http://www.nuernberg.de/
Oberbürgermeister
KGR Maly.jpg
Ulrich Maly (SPD)
555px-Großes Wappen von Nürnberg.svg.png
Wappen von Nuernberg.svg.png
Das große und das kleine Stadtwappen

Geschichte

Die Stadt wurde 1050 als nuorenberc (felsiger Berg) in der sogenannten Sigena-Urkunde von Kaiser Heinrich III. erstmals erwähnt. Als kaiserlicher Stützpunkt war die Nürnberger Burg bald bedeutsam für das Reich, die Siedlung unterhalb der Burg erhielt möglicherweise zur gleichen Zeit das Marktrecht. Mit dem Großen Freiheitsbrief machte Kaiser Friedrich II. Nürnberg 1219 zur Freien Reichsstadt. Bis zum Jahr 1427 wurde die Stadt von Burggrafen regiert, bis der letzte Burggraf Friedrich VI. seinen Titel an den Rat der Stadt Nürnberg verkaufte. Von da an bis zum Übergang an Bayern 1806 lagen die politischen Geschicke der Stadt in der Hand dieses Rates.

Mehr als 200 Jahre liefen in der Freien Reichsstadt Nürnberg, der Lieblingsstadt Kaiser Karls IV., im „Schatzkästlein des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation“ die Fäden von Politik und Wirtschaft zusammen. In Nürnberg wurden über Jahrhunderte die Reichskleinodien der deutschen Kaiser aufbewahrt: Krone und Zepter, Reichsapfel und heilige Lanze.

Rund um die Kirchen St. Sebald und St. Lorenz wirkten die bedeutendsten Künstler der späten Gotik und der frühen Renaissance: Albrecht Dürer und Veit Stoß, Peter Vischer und Adam Kraft. Dreieinhalb Jahrhunderte später inspirierte der Schuster-Poet Hans Sachs den in Bayreuth lebenden Richard Wagner zu seinen „Meistersingern“.

Am 15. September 1806 wurde die Freie Reichsstadt Nürnberg dem neugegründeten Königreich Bayern einverleibt. Für Nürnberg war dies der folgenschwerste Einschnitt in seiner Geschichte.

Heute ist Nürnberg eine kreisfreie Stadt im bayerischen Regierungsbezirk Mittelfranken. Hauptstadt der Bezirksregierung Mittelfrankens ist Ansbach.

Nürnberg, Bayerns zweitgrößte Stadt. Merian, 9/2007

Touristisches Interesse

Spricht man von Nürnberg, so meint man in der Regel die historische Altstadt. Im Zweiten Weltkrieg wurde dieses „Schatzkästlein des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation“ durch Bombenangriffe zu 90 Prozent zerstört.

Doch in Nürnberg gelang ein Wiederaufbau des historischen Stadtbildes der Altstadt, wenn auch mit modernistischen Einsprengseln. Die Bombenschäden an der Stadtmauer wurden beseitigt. Insbesondere die Altstadtfreunde Nürnberg sorgten für den Erhalt historischer Bausubstanz. So entstand eine mittelalterlich geprägte Altstadt. Diesem historischen Stadtkern mit einem vollständig erhaltenen Mauerring gilt hauptsächlich das touristische Interesse.

Stadtwappen

Die Stadt Nürnberg führt zwei Wappen.

Großes Wappen

Das Große Stadtwappen stellt einen in Blau gehaltenen goldenen Adler dar, der ein jugendliches, langhaariges, golden gekröntes Königshaupt trägt. Es entwickelte sich aus dem Hauptsiegel der Reichsstadt. Das älteste erhaltene Exemplar von 1254 ist aus rotem Wachs gefertigt und zeigt im runden Siegelfeld diesen schlanken Königskopfadler. Dem Bild der kaiserlichen Siegel nachempfunden, dokumentierte Nürnberg damit seine Reichsfreiheit.

Kleines Wappen

Zur Beglaubigung des Hauptsiegels benötigte man ein Rücksiegel, woraus sich das Kleine Nürnberger Stadtwappen entwickelte. Dies zeigt in einem gespaltenen Schild rechts am Spalt einen halben, rot gezungten und golden bewehrten schwarzen Reichsadler, links mit fünfmaliger Schrägrechtsstellung sechs Felder, die 1491 durch drei Schrägbalken ersetzt wurden (Tinkturen als Wappen: rechts Schwarz in Gold, links von Rot und Silber). [1]

Städtepartnerschaften

Nürnberg hat insgesamt 14 Städtepartnerschaften auf der ganzen Welt. Vertreter dieser Städte präsentieren alljährlich auf dem Nürnberger Christkindlesmarkt eigene Erzeugnisse (Kunsthandwerk, Spezialitäten, Textilien usw.).

Literatur (Auswahl)

Adler.jpg

Stadtlexikon Nürnberg

Die Region Nürnberg wird bayerisch, 1775–1835, 2006
Loewe.jpg

Bücher

  • Georg Schrötter: Geschichte der Stadt Nürnberg. Nürnberg: Koch, 1909, VI, 391 S. (In Fraktur)
  • Das alte Nürnberg. Aufgenommen von der Staatlichen Bildstelle, Berlin. Das Begleitwort schrieb Prof. Dr. Helmut Weigel. [2] mit zahlreichen Fotos. Berlin: Verlag Ludwig Simon, 1936, 63 S. (Die deutschen Bücher, Nr. 32)
  • Georg Gärtner: Nürnberger Schelmenchronik. Anekdoten und ulkige Begebenheiten aus allen Jahrhunderten. Zeichnungen im Text und Einband von Liesl Gärtner. Nürnberg: Lorenz Spindler, 1964, 154 S.
  • Max Thoma u. Wilhelm Wolff (Redaktion): Nürnberger Bürgerbuch. Hrsg.: Stadtverwaltung Nürnberg, Zeichnungen: Fritz Henry Oerter. Nürnberg: Stadtverwaltung, 1968, 139 S.; 1973, 112 S.
  • Ernst Eichhorn, Georg Wolfgang Schramm und Otto Peter Görl: 3 x Nürnberg. Eine Bilderfolge aus unserem Jahrhundert. Nürnberg: Verlag A. Hofmann, 1988, 270 S. (Eichhorn: „Das historische Nürnberg“, Schramm: „Die Zerstörung“, Görl: „Der Wiederaufbau“); 2. Auflage, 1990, ISBN 3-87191-124-0
  • Karl Kunze: Kriegsende in Franken und der Kampf um Nürnberg im April 1945. Verein für Geschichte der Stadt Nürnberg. Nürnberg: Edelmann, 1995, XVI, 459 S., ISBN 3-87191-207-7 (Nürnberger Forschungen; Band 28)
  • Gisela Lipsky (Hrsg.): Jede Menge Leben in Nürnberg, Fürth, Erlangen. Ein Stadtführer zu Genuss und Lebenskunst. Autorinnen und Autoren: Sabine Cramer u.a.; Fotografien: Klaus Gruber. Cadolzburg: Ars-Vivendi-Verlag, 2002, 235 S., ISBN 3-89716-317-9
Bomhard Nürnberg.jpg
Oliver Acker, 2012
Verlag digitale-luftbilder.de
  • Lorenz Bomhard, Rainer Elpel: Nürnberg: In der Mitte Europas. Nürnberg: Hans Carl, Mai 2006, 159 S., ISBN 978-3-418-00111-1
  • Michael Diefenbacher, Gerhard Rechter (Hrsg.): Vom Adler zum Löwen. Die Region Nürnberg wird bayerisch, 1775 – 1835. Begleitband zu den Ausstellungen des Staatsarchivs und Stadtarchivs Nürnberg, der Stadtbibliothek Nürnberg, des Stadtarchivs Erlangen, der Universitätsbibliothek und des Universitätsarchivs Erlangen-Nürnberg sowie des Stadtarchivs Schwabach. Redaktion: Michael Diefenbacher und Horst-Dieter Beyerstedt. Neustadt an der Aisch: Schmidt, 2006, 535 S., 130 farbige und 64 schwarz-weiß Abb., ISBN 3-87707-679-3 (Ausstellungskatalog des Stadtarchivs Nürnberg; Nr. 17) - im Netz
  • Martin Schieber: Nürnberg. Die Mittelalterliche Stadt, Kurzführer, herausgegeben von „Geschichte für Alle e.V. – Institut für Regionalgeschichte“, Nürnberg: Sandberg Verlag, 2009, 72 Seiten, ISBN 978-3-930699-58-2 (Historische Spaziergänge 6)
  • Matthias Donath: Nürnberg 1933 - 1945. „Stadt der Reichsparteitage“. Ein Architekturführer. Petersberg: Imhof, 2010, 168 S., ISBN 978-3-86568-488-2 (Imhof Zeitgeschichte)
Philip J. Dingeldey, 2016
  • Philip J. Dingeldey: Aufgewachsen in Nürnberg in den 40er und 50er Jahren. 1. Auflage. Gudensberg-Gleichen: Wartberg-Verlag, 2012, 63 S., ISBN 978-3-8313-2384-5
  • Sandra Rauch, Julia Seuser: 111 Geschäfte in Nürnberg, Fürth & Erlangen, die man erlebt haben muss. Köln: Emons Verlag, 2014, 240 S., ISBN 978-3-95451-457-1 - Inhaltstext

Beiträge in Sammelbänden

  • Werner K. Blessing, Steven M. Zahlaus: Bürgervernunft – „deutsche Art“ – industrieller Fortschritt. Zum Nürnberger Selbstbild von der Aufklärung bis zum Ersten Weltkrieg. In: Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg (MVGN), Band 87, 2000, S. 59-97 - MVGN
  • Oscar Schneider: Nürnbergs große Zeit. Reichsstädtische Renaissance, europäischer Humanismus. Hrsg. von Oscar Schneider. Cadolzburg: Ars Vivendi, 2000, 285 S., ISBN 3-89716-119-2 (Anthologie)

Quellen

  • Inhalt des Statistischen Jahrbuches der Stadt Nürnberg 1991 - PDF nuernberg.de

Presse

  • cro: Was halten Sie vom neuen Nürnberger Stadt-Logo? In: Senf dazu, Nürnberg debattiert vom 16. Juli 2010 - blog.nz-online.de
  • Andreas Franke/NN, André Fischer/NZ: Sperriges Logo der Stadt Nürnberg hat ausgedient. In: Nürnberger Nachrichten vom 17. Juli 2010 - NN
  • dpa/So: OB Maly bedauert die Entscheidung: Metropolregion Nürnberg ohne Würzburg. In: Nürnberger Zeitung Nr. 162 vom 17. Juli 2010, S. 1 - NZ
  • André Fischer: Unverwechselbare Marke. Nürnberg bekommt ein neues Logo. In: Nürnberger Zeitung Nr. 162 vom 17. Juli 2010, S. 9 - NZ
  • sz [= Siegfried Zelnhefer]: Stadt führt neues visuelles Erscheinungsbild ein (neues Logo der Stadt Nürnberg). In: Stadt Nürnberg, Nachrichten aus dem Rathaus Nr. 630 vom 4. Juli 2011 - nuernberg.de
  • Marco Puschner: Viel Lob für Nürnberg-Film. Stadtspitze war von Premiere angetan. In: Nürnberger Zeitung 21. März 2012 - NZ

Querverweise

Sachartikel

Personenartikel

Netzverweise

  • Wikipedia:WikiProjekt Nürnberg/Werkzeugkiste - Wikipedia

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. Michael Diefenbacher: Wappen und Siegel. In: Michael Diefenbacher, Rudolf Endres (Hrsg.): Stadtlexikon Nürnberg. Nürnberg: W. Tümmels Verlag, 1999, ISBN 3-921590-69-8 - im Netz.
    Anmerkung: Die Verwendung des Kleinen Nürnberger Stadtwappens auf den Internetseiten „NürnbergWiki“ wurde von der Stadt Nürnberg - Zentrale Dienste - per E-Mail vom 10.11.2010 genehmigt.
  2. Prof. Dr. Helmut Weigel (1891-1974), Historiker, Privatdozent

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