Scheiferla

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Das Scheiferla ist ein Braten aus der Schweineschulter, auf hochdeutsch ein „Schäufelein“, auf fränkisch auch ein „Schäuferla“ oder schwäbisch ein Schäufele.

Scheiferla mit Kloß
Wikimedia Commons

Zur Aussprache und dialektologischen Erfassung

Der Nürnberger Mundartforscher Dr. Herbert Maas führt das Wort „Scheiferla“ in seinem Nürnberger Wörterbuch Wou die Hasen Hoosn und die Hosen Huusn haaßn auf.

Im Wörterbuch des Dialektologen Horst Haider Munske, Universität Erlangen, findet man das hochdeutsche „Schäufelein“ mit dem Mundartausdruck „Schaiferla“.

Günter Stössel unterscheidet in seinem Fränggisch' Wördderbichla das „Scheiferla“ und das „Schäuferla“. [1]

Zur Bedeutung

Herbert Maas unterscheidet drei Bedeutungen: eine „Sandspielschaufel der Kinder“, zweitens ehemals ein schaufelförmiges Zuckerwerk, z.B. „Bfefferminzscheiferla“ und drittens in der Metzgersprache das „Schulterblatt des Schweins“.

Für Günter Stössel ist das „Scheiferla“ eine „Sandspielschaufel der Kinder“ und das „Schäuferla“ der beliebte Sonntagsbraten von der Schweineschulter.

Horst Haider Munske nennt als Bedeutung für „Schaiferla“ nach Schmeller: „medizinische Tablette zum Einnehmen“. Ob das noch Fränkisch ist?

Dagmar Goldsche & Jürgen Haas schreiben in ihrem Fränkischsprachkurs für „Neigschmeckde“ klar „Scheiferla“ und nennen als Bedeutung: „Schweinebraten mit Knochen und Schwarte aus der Schweineschulter“. [1]

„Scheiferla“ ist Nürnberger Mundart, „Schäuferla“ wohl eher eine fränkische Misch-Mundart. Günter Stössel wurde in Nürnberg geboren, wuchs aber in Fürth auf. Bereits in Fürth wird schon etwas anders gesprochen als in Nürnberg.

Beispiele

Herbert Maas nennt eine häufige Frage zum begehrten Sonntagsbraten: „Habd er nu ä Scheiferla?“ und einen Kinderreim: „Dree di rum mei Scheiferla, wennsd lagsd, nou bisd ä Deiferla ... “.

Freunde des fränkischen Schäufele“ haben einen Schäufele-Führer herausgegeben. Darin soll geklärt werden, welche Wirtschaft in Franken die besten Schäufele mit knuspriger Schwarte, beeindruckender Soße und selbstgemachten Klößen macht. Dieser Führer mit seinen Beurteilungskriterien sei eine gute Grundlage, bevor man sich „a Scheiferla mit Glees neihaud....“.

Der Scheiferla-Kreislauf

Sunndoochs ab Zehner fräih machen si die Schweinebratentouristen aus Närmberch affn Weech zum Middochessn in die „Fränkische“. Aff der B2, Richtung Heroldsberg und aff der B14 nach Hersbruck is die Kniedlers-Karawane auf der Suche nach an preiswerten Schweinerten mit Soß´ und Scheiferla.

Leid vorm Werdshaus: „Däi hulln däi Scheiferla und es Gselchde in Närmberch drinner beim Großhändler und fohrn des Fleisch naus affs Land. Und die Stadtmenschn nehmer alles im Bauch widder mit nei. Dou kenners doch glei drinner essen. Dann braungs ned su weit naus foahrn!“ (Aus: schreibklecks - naus affs land)

Zum Verfasser des Artikels

Manfred Riebe, der Autor des Artikels, wurde am 17. November 2016 von Landrat Armin Kroder (FW) mit der Goldenen Bayerischen Ehrenamtskarte ausgezeichnet. Armin Kroder wurde als Mitglied der Freien Wähler gewählt, die versuchen, im Bayerischen Landtag als Opposition die CSU zu kontrollieren. Siehe zum Beispiel die Freien Wähler im Menschenrechtsforum Gustl Mollath. Zahlreiche bayerische Städte, Gemeinden und Unternehmen gehören zu den sogenannten Akzeptanzpartnern der Ehrenamtskarte und gewähren deshalb Inhabern der Ehrenamtskarte Vergünstigungen.

Literatur

  • Wörterbuch von Mittelfranken. Eine Bestandsaufnahme aus den Erhebungen des Sprachatlas von Mittelfranken. Zusammengestellt von Gunther Schunk, Alfred Klepsch, Horst Haider Munske, Karin Rädle und Sibylle Reichel. 2. Aufl. Würzburg: Königshausen und Neumann, 2001, 224 S., ISBN 3-8260-1865-6 (1. Auflage, 2000, 218 S.)
  • Rosemarie und Thomas Donhauser: Scheiferla & blaue Zibfl. Das Beste aus der fränkischen Küche. München: Compact-Verlag, 1991, 252 S., ISBN 3-8174-3203-8 (Compact-Minirezepte)
  • Friedrich Ach: Vo där Broadwoarschd biss zumm Schaifäla. Ein fränkisches ABC vom Essen und Trinken. Wörterbuch der Nürnberger Mundarten und angrenzender Dialekte. In Zusammenarbeit mit Johannes Denner. 1. Auflage. Nürnberg: Dennerlein, 2003, 208 S., ISBN 3-927784-35-4 (Nürnberger Bibliothek)
  • Gerfried Ernst: Tücken der Speisenkarten. Probleme mit Schäufe(r)la und Süssspeise. In: Nürnberger Zeitung Nr. 101 vom 4. Mai 2010, Nürnberg plus, S. + 1 - NZ

Querverweise

Netzverweise

  • Dagmar Goldsche & Jürgen Haas: Ein Fränkischsprachkurs für „Neigschmeckde“ ....wem's was bringt, Wörterbuch Fränkisch-Deutsch, 1998 - im Netz
  • Fränkisches Schäufele (Schäuferle). RezepteRang.de - im Netz
  • Vokabeldatei Fränkisch - Deutsch, Langenscheidt-Vokabeltrainer - im Netz

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. Es gibt immer weniger Ur-Nürnberger und Ur-Franken, die Ur-Nürnbergerisch und Ur-Fränkisch sprechen, weil auch Franken und insbesondere Nürnberg nach 1945 zu einem Schmelztiegel geworden sind, so daß sich auch der Dialekt ändert.

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